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Ab 1. September gibt es in Schleswig-Holstein eine neue Nummer gegen Kummer, die sich an die Betreiber*innen und Beschäftigten der gastronomischen Betriebe auf dem Land richtet. Das Sorgentelefon ist unter 0431 55 77 94 40 kostenlos erreichbar. Wer seine Telefonnummer und einen Rückruftermin auf dem Anrufbeantworter hinterlässt, erhält innerhalb eines Werktags einen Rückruf. Montags zwischen 16 und 17 Uhr sind Mitarbeitende persönlich zusprechen. Auch schriftlich ist das Sorgentelefon erreichbar: gastronomie[at]kda.nordkirche.

Nicht erst seit der Corona-Pandemie steht die Landgastronomie vor großen Herausforderungen und existenziellen Fragen. Eine Expertise der Akademie für die Ländlichen Räume Schleswig-Holsteins e.V. (ALR), die gerade erarbeitet und im Herbst vorgestellt wird, zeigt,dass großer Bedarf an Austausch, Unterstützung und Beratung besteht. „Oft fällt es den Betroffenen schwer, sich an Beratungsstellen zu wenden und sie fühlen sich mit ihren Problemen alleine“, sagt Hermann-Josef Thoben, Vorsitzender der ALR.

Mit dem Sorgentelefon für landgastronomische Betriebe reagieren die ALR und der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (KDA) auf diesen Bedarf. „Die Pandemie hat oft schon vorhandene Probleme unterschiedlicher Art verstärkt. Wirtschaftliche und finanzielle Probleme sind ein Thema - familiäre und persönliche Schwierigkeiten bilden die andere Seite“, sagt Maike Hagemann-Schilling, die für das Sorgentelefon beim KDA verantwortlich ist und selber einer schleswig-holsteinischen Gastronomenfamilie entstammt. „Wir freuen uns, unsere Expertise, die wir seit 25 Jahren mit unserem stark nachgefragten Landwirtschaftlichen Sorgentelefon sammeln konnten, nun auch für die Landgastronom*innen, deren Mitarbeitende und Angehörige nutzen zu können.“

Die Anrufer*innen müssen ihren Namen nicht nennen, alles Gesagte unterliegt der Schweigepflicht. Am Sorgentelefon sitzen Menschen, die Kenntnisse über die Situation der Gastronomie, zum Teil einen Bezug zur Gastronomie haben und für die Beratung geschult sind. Sie hören den Anrufern*innen zu, unterstützen sie bei der Suche nach Lösungsansätzen und können, bei Bedarf, weiterführende Hilfe vermitteln. Das Sorgentelefon bietet die Möglichkeit mit Außenstehenden über die persönliche Situation zu sprechen und Perspektiven zu entwickeln. Mögliche Fragen könnten lauten: Wie soll es mit uns und in unserem Betrieb weitergehen? Wie kann ein Generationenwechsel gelingen? Wie können wir unsere Schwierigkeiten in der Familie bewältigen? Wie können wir Konflikte im Betrieb lösen?

Das Sorgentelefon in der Presse: 

Sorgentelefon für Gastwirte geht an den Start | NDR.de - Nachrichten - Schleswig-Holstein