Preis 2017

Minsch to Minsch e.V. Gewinner des Preises der ALR e.V. 2017

Die Akademie für die Ländlichen Räume Schleswig-Holsteins e.V. (ALR) schreibt alle zwei Jahre den Preis der ALR zur Anerkennung und Würdigung von Leistungen für die Entwicklung ländlicher Räume aus. Gegenstand der Auszeichnung können privates Engagement, Initiativen, planerische Leistungen, wissenschaftliche und künstlerische Leistungen sowie Leistungen in Politik und Verwaltung sein. Dabei stehen die Erhaltung und Entwicklung der Funktionsfähigkeit der ländlichen Räume in Schleswig-Holstein, insbesondere der Dörfer in ihrer kulturellen, sozialen, ökonomischen und landschaftstypischen Ausgestaltung im Fokus.
Im August dieses Jahres hat die Akademie für die Ländlichen Räume zum elften Mal den Preis der ALR e.V. ausgeschrieben, dieses Mal mit finanzieller Unterstützung des Sparkassen- und Giroverbandes. Die Jury, die sich aus Kirsten Eickhoff-Weber (MdL und Vorstand der ALR), Staatssekretärin Kristina Herbst (MILI, als Vertreterin aus Politik/Verwaltung), Ulrich Spitzer (IHK FL, als ALR-Arbeitskreisleiter „Wirtschaft im ländlichen Raum“), Prof. Dr. Joachim Schrautzer (CAU Kiel, als Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates) und Herbert Lorenzen (Amt Eiderstedt, als Mitglied der ALR) zusammensetzt, entschied sich im Oktober aus den vierzehn eingegangenen Vorschlägen für das Projekt „Mi.t.Mi e.V., Alltagshilfen von Minsch to Minsch Kankelau und Umgebung“ als diesjährigen Träger des Preises der Akademie.
Am Mittwoch, den 06. Dezember 2017 fand im Schleswig-Holstein-Saal des Kieler Landeshauses die feierliche Preisvergabe durch die Staatssekretärin Frau Kristina Herbst (MILI), Herrn Christoph Herbers aus dem Vorstand der Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg und dem Akademievorsitzenden Herrn Hermann-Josef Thoben vor geladenen Gästen statt.
Staatssekretärin Herbst würdigte das Projekt Mi.t.Mi e.V, das sich durch das ehrenamtliche Engagement von Bürgerinnen und Bürgern, die sich im ländlichen Raum des Amtes Schwarzenbek-Land vor allem für ältere Menschen im ländlichen Raum einsetzen, auszeichnet. Staatssekretärin Herbst: „Das Projekt Alltagshilfen von Minsch to Minsch e.V. ist ein ausgesprochen kreatives Beispiel dafür, wie dem Wunsch vieler älterer Menschen entsprochen werden kann, möglichst lange selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden wohnen zu bleiben. Damit erlaubt uns der Verein einen neuen Blick auf das Älterwerden in den ländlichen Räumen in Teilhabe an der Gemeinschaft, egal in welchem Alter. Selbstbestimmt alt werden im Ländlichen Raum ist machbar und wir können es, neben allen notwendigen öffentlichen Leistungen, zu einem guten Teil selbst gestalten.“
Die Vorsitzende und Initiatorin des Vereins, Frau Ingrid Lang und ihre Stellvertreterin Frau Claudia Riegler berichteten über die Gründung des Vereins im Jahr 2013. Mitglieder sind vor allem ältere Menschen, die Hilfen benötigen, die ihre Familie oder Nachbar*innen nicht leisten können, wie Fahrten zu Arztterminen oder zum Einkaufen sowie kleine Hilfen in Haus und Hof. Diese Hilfen werden von anderen Vereinsmitgliedern geleistet, die gerne zum Allgemeinwohl beitragen und sich auch nach Eintritt in den Ruhestand betätigen möchten. Sie bekommen ihre Stunden auf einem
Zeitkonto gutgeschrieben und können diese bei Bedarf für die eigene Hilfe abrufen. Alternativ können sie sich 8 € pro Stunde auszahlen lassen.
Es werden regelmäßig Treffen organisiert, die das gegenseitige Kennenlernen und Vertrauen fördern: der wöchentliche dörfliche Mittagstisch in Kankelau, Sonntagsfrühstücke oder Sommerfeste. Weitere Aktivitäten und Angebote sind jederzeit möglich, wenn sich jemand findet, der/die Zeit und Lust dazu hat.
Derzeit hat Mi.t.Mi e.V. zwischen 60 und 70 Mitglieder in 11 Ortschaften in und um Kankelau. Damit gibt es eine neue Art der Vernetzung; das nachbarschaftliche Zusammenhalten in Dörfern und Städten wird gestärkt. So verfolgt der Verein nicht nur das Ziel, dass Menschen im gewohnten Umfeld selbstbestimmt älter werden. Gerade der ländliche Raum gewinnt auch an Attraktivität für gemeinsames Leben und Arbeiten.
„Wir möchten gerne noch mehr Mitglieder in den schon vertretenen Orten aufnehmen, damit das Hilfenetz dichter und die Wege kürzer werden. Gerne möchten wir dafür auch mehr jüngere Menschen gewinnen. Zusammenhalten der Generationen belebt und sichert unsere Zukunft“, davon ist Ingrid Lang, Vorsitzende von Mi.t.Mi e.V. überzeugt.
Der in diesem Jahr mit 2.500,00 Euro dotierte Preis vom Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein wurde von Herrn Christoph Herbers aus dem Vorstand der Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg mit großem Lob für die Aktivitäten des Vereins im ländlichen Raum überreicht.
Der Vorstandsvorsitzende der ALR, Hermann-Josef Thoben würdigte die Initiatoren und Mitglieder des Projektes Mi.t.Mi e.V. Deren ehrenamtlicher Einsatz für die ältere Generation im Dorf und für die regionale sowie für die überregionale Versorgung und Vernetzung der Bürger waren es dann auch, die die Jury zur Auszeichnung bewogen haben.
Die Verleihung des Preises der Akademie für die Ländlichen Räume Schleswig-Holsteins 2017 unterstützt das Projekt ideell und finanziell. Die Preisträger - hier vertreten durch Ingrid Lang (Vorsitzende), Claudia Rieger (stellvertretende Vorsitzende) und Holger Möller (Kassenwart) – sollen die ihnen zustehende Anerkennung erfahren. „Sie haben Beachtenswertes und Vorbildhaftes geleistet. Selbstbestimmt alt werden im ländlichen Raum ist möglich, das beweist der diesjährige Preisträger. Und der „neue Blick aufs Alter“, den dieses Projekt uns aufzeigt, stimmt hoffnungsfroh und macht Mut“, so der Vorsitzende der Akademie für die ländlichen Räume Schleswig-Holsteins e.V., Hermann-Josef Thoben.
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